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Rasselsteiner T.-Steine
Christian_Kramer (3 Beiträge)
on 13.3.19
Hallo zusammen,
in der Baubeschreibung des von mir gekauften Altbaus (altes Pastorat, Bauphase 1955-1956) steht, dass das Kellergeschoss aus Bruchstein (50cm) und das Erd- und Obergeschoss aus "Rasselsteiner T.-Steinen" gemauert wurden. Dies führte mich zu folgendem damaligen Anbieter: www.rasselstein.de (s.u. Historie).
Dort steht, dass bereits 1918 Bims aus Neuwied und Umgebung abgebaut und verkauft wurde. Des Weiteren steht dort, dass unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg mit der Produktion und dem Vertrieb von Mauersteinen begonnen wurde. Nun kann es sein, ist aber nicht zwingend, dass es sich bei "Rasselsteiner T.-Steinen" um einen (Natur-)Bims handelt.Es könnte aber auch sein, dass dies ein künstlich produzierter Mauerstein (z.B. in T- oder Doppel-T-Form) war...
Meine Frage daher: Kennt sich jemand aus und weiß, was 1955/56 als "Rasselsteiner T.-Steine" bezeichnet wurde, woraus dieser besteht und was ich folglich bei einer U-Wert-Berechnung meiner Außenwände für einen Stein bzw. Baustoff ich hier anzusetzen habe? Über Antworten freue ich mich. MfG, Christian
AndreasTeich (819 Beiträge)
on 15.3.19
Im Zweifel würde ich mit einem Hohlbohrer ein Stück herausbohren, um einigermaßen sicher zu gehen.
Hohlkammern durch mehrmaliges Bohren mit einem dünnen Steinbohrer feststellen.

Zudem kann man nie sicher sein, dass tatsächlich das verwendet wurde was in Bauakten steht.

Ob der genaue Dämmwert der Steine bedeutsam ist hängt ohnehin davon ab, was beabsichtigt wird.

Bei nachträglichen Außendämmungen trägt der Wandbaustoff nur noch zu einem geringen Teil zum Gesamt-U-Wert bei- insofern wirken sich Ungenauigkeiten nicht sehr stark aus.

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Sanierungsberatung,, Ankaufsgutachten
Christian_Kramer (3 Beiträge)
on 21.3.19
Danke für die Antwort, Herr Teich.

Eine zusätzliche Dämmung ist bei meiner Fassade nicht vorgenommen worden. Da es sich um ein ehem. Pastorat handelt, habe ich zudem angenommen, dass gute Materialien verwendet und v.a. korrekt dokumentiert wurde.
Im Rohbau sind die Außenwände 30cm stark. Aktuell gemessen beträgt die Stärke 35cm. Daher kommt die Annahme, dass 30cm breite Rasselsteiner T.-Steine verwendet wurden, zusätzlich innen und außen ein Zementputz (lt. Baubeschreibung) aufgetragen wurde und außen später noch ein nochmaliger Außenputz samt Farbauftrag hinzukam. Innen haben wir selbst 2016 einen mineralischen Leichtputz (Caparol Minera, ca. 5 mm) aufgetragen.
Nachgestellt habe ich dies im U-Wert-Rechner wie folgt:
(von innen nach außen)
1. Dispersionsfarbe (0,1mm), hier: Caparol Indeko Plus
2. MFL mineral. Leichtputz (5 mm), hier: Caparol Minera
3. Zementputz (15 mm)
4. BIMS Stein (300 mm), Annahme: Rasselsteiner T-Steine = Bims
5. Zementputz (15 mm)
6. Kalkzementputz (10 mm)
7. Dispersionsfarbe (0,05 mm)
Damit komme ich etwa auf die gemessene Wandstärke (hier: 345,15 mm), verwerte die Angaben der Baubeschreibung und hoffe, mit der Annahme der Stärken und des zusätzlichen späteren Außenputzes in etwa das Richtige getroffen zu haben.
Mit diesen Angaben komme ich auf einen U-Wert von 0,53 W/(m2K).

Und diesen wollte ich wegen der angedachten Fenstersanierung in etwa bestimmen, da man mit dem U-Wert der Fenster ja über dem der Fassade bleiben soll.
Liege ich mit dem U-Wert der Fassade richtig, könnte ich in mein Haus selbst 3-fach-verglaste Wärmeschutzfenster (mit Uw von knapp unter 1) einbauen. So meine (laienmäßige) Theorie.
Angedachte Maßnahmen sind bei mir die Fenstersanierung (bisher: Kunststofffenster mit Glas Siegopane 02/1982: 2-fach-Verglasung ohne Metallschicht und ohne Edelgas mit einem am Werk angefragten U-Wert von 3,0).
Zusätzlich möchte ich meine Kellerdecke mit Isover Ultimate TopDec (032 oder 035) 10cm stark dämmen.
Auf eine Fassadendämmung möchte ich nach vielen Berichten, die davon sehr abraten sowie ARD-/WDR-Reportagen über die Lobby hinter dem Wahn (z.B. Könnes kämpft: https://www.youtube.com/watch?v=upuql7b0UjY ) verzichten.
Ferner habe ich ganzjährig ein sehr gutes Wohnklima in unseren Räumen, welches ich mir möglichst erhalten und nicht mit Styropor kaputt machen möchte...
Schöne Grüße,
Chrstian Kramer
CVDaemmtechnik (8 Beiträge)
on 25.3.19
Lieber Christian, den Bericht von Herrn Könnes hast du etwas falsch interpretiert, der prangert die schlechte Brandschutzeigenschaften eines WDVS Systems auf Basis von EPS gegenüber den mit schwerentflammbar angegebenen Eigenschaften an. Was Herr Könnes nicht erwähnt, dass es unzählige gute Systeme gibt, die besser sind. Wenn der Bericht glauben lässt, eine Fassadendämmung sei komplett unnütz, ist das einfach Unsinn, denn Physik lässt sich nicht überlisten, sie ist ein Naturgesetz und damit unumstößlich.
Zu den von dir erwähnten Fenstern, wird der springende Punkt die Wärmebrücken direkt um das Fenster sein. Diese werden nach dem Einbau vermutlich die kältesten Bereiche der Wand sein und dazu neigen Tauwasserausfall zu bilden und damit Schimmelbefall zu fördern. Daher ist es immer ratsam mit neuen Fenstern auch die Fassade zu dämmen. Man zieht sich ja im Winter auch nicht Wollsocken an und lässt die kurze Hose an. ;-)
Im übrigen gibt es in deiner Nachbarschaft einen Spezialisten, der sich gerne weiter über Dämmung mit dir unterhält. ;-)

Gruß Christian
Christian_Kramer (3 Beiträge)
on 25.3.19
Hallo Christian, der Könnes-Bericht war zu EPS. Vielen Dank für die Differenzierung und Richtigstellung.
Fenstersanierung: Wenn ich mit dem U-Wert der Fenstern einige Nachkommastellen schlechter bleibe als die Wand, müsste sich das Wasser dann doch auf den Fenstern sammeln, oder? Sobald ich wieder richtig fit bin, werde ich Dich mal auf die Sache ansprechen ;-)
Schöne Grüße, Christian
AndreasTeich (819 Beiträge)
on 25.3.19
hallo Christian,
Kondensat wird, wenn überhaupt, nur äußerst selten auftreten-
bei sorptiven, kapillaren Innenflächen würde es ohnehin schadlos aufgenommen und wieder abgegeben werden.

Daher besonders bei den raumseitigen Oberflächen nur solche Materialien verwenden und keine üblichen Dispersionsfarben, sondern alkalische wie Kalk-, Silikat- oder Mineralfarben benutzen oder Lehmputze etc.

Dann muß man sich um geringeren U-Wert der Fenster gegenüber den Wänden keine Gedanken machen.
Sofern die Fenster noch technisch ok sind ist das Umrüsten der Scheiben gegen Wärmeschutzglas wesentlich günstiger als ein kompletter Austausch.
Gegenüber Kunststofffenstern sind Holzfenster erheblich besser.

Je nach Situation ggf die Fenster außen bündig setzen oder so dass sie im Falle einer späteren Fassadendämmung leicht versetzt und dabei auch die Blendrahmen überdämmt werden können.

Der Außenputz wird bei dir sicher auch Kalkzementputz sein-MG II.

Wenn's Kondensat gibt wird es primär an mangelnder Lüftung und zu hoher Luftfeuchtigkeit liegen-
überprüfen mit Hygrometer und Daten zur Überprüfung in Taupunktprogramme eingeben.

Wärmebrücken lassen sich mit dem Infrarotthermometer finden-
am besten bei kalten Außentemperaturen.
Zumindest diese Bereiche dann dämmen, Fensterlaibungen zB mit Mineralschaumplatten, Multipor o.Ä.

(wenn ich in Deutschland und nicht in Österreich bin wohne ich auch nicht weit von Neuwied entfernt)

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Sanierungsberatung, Tischlermeister, Ankaufsgutachten

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