Vier häufige Fehler bei der Eingabe von Luftschichten

Der U-Wert-Rechner kennt verschiedene Arten von Luftschichten:

„Hinterlüftungsebene“
Eine Hinterlüftungsebene hat auf zwei gegenüberliegenden Seiten Verbindung zur Raum- oder Außenluft. Es wird davon ausgegangen, dass sich in der Schicht eine ausreichende Luftströmung befindet, so dass die Temperatur der Schicht auf Raum- oder Außentemperaturniveau liegt und Feuchtigkeit problemlos abtransportiert werden kann. Eine Hinterlüftungsebene wird gemäß DIN 6946 als „stark belüftete Luftschicht“ behandelt: Bei einer Hinterlüftung mit Außenluft bedeutet dies, dass die Hinterlüftungsebene und alle dahinter liegenden Schichten nicht bei der Berechnung berücksichtigt werden. Als Ausgleich darf mit einem erhöhten Wärmeübergangswiderstand gerechnet werden.

„Luftschicht (ruhend)“ und „Installationsebene“
„ruhend“ bedeutet, dass die Schicht nicht von Raum- oder Außenluft durchströmt werden kann, weil die Schicht allseitig luftdicht umschlossen ist. Die Luftschicht hat keine Verbindung zur Raum und Außenluft. Konvektion kann dennoch innerhalb dieser Schicht auftreten und wird bei der Berechnung berücksichtigt.
Die „Installationsebene“ ist programmintern identisch mit einer „Luftschicht (ruhend)“.

Was Sie vermeiden sollten

Luftschicht (ruhend) als innerste oder äußerste Schicht

Wird eine ruhende Luftschicht als innerste oder äußerste Schicht eines Bauteils eingegeben, dann ist diese Schicht nicht von der Raum- bzw. Außenluft abgeschottet und trägt deshalb nicht zur Dämmung bei. Die Berechnung würde zu einem zu geringen U-Wert führen. Der U-Wert-Rechner versucht dies zu erkennen und ersetzt die Luftschicht gegebenenfalls durch Raum-, Außenluft oder eine entsprechende Hinterlüftungsebene.

In dem folgenden Beispiel wurde die Luftschicht zwischen den Sparren als ruhende Luftschicht eingegeben, vom U-Wert-Rechner aber – bei der Berechnung – durch eine „Luftschicht (belüftet)“ ersetzt. Die Luftschicht und die darin enthaltenen Balken werden bei der Berechnung nun nicht berücksichtigt:

Wenn Sie dennoch möchten, dass die Schicht als ruhend betrachtet wird, muss die Schicht gegen die Raum- bzw. Außenluft abgegrenzt werden, z.B. durch Einfügen einer Folie oder Unterdeckbahn. Die Luftschicht bleibt nun „ruhend“ und trägt zur Wärmedämmung bei:

Hinterlüftung als äußerste Schicht

Eine Hinterlüftung als äußerste Schicht führt zur unerlaubten Verwendung eines erhöhten Wärmeübergangswiderstands. Mit dem höheren Wert wird normalerweise berücksichtigt, dass sich die Luft in der Hinterlüftungsebene deutlich langsamer bewegt, als auf der äußeren Oberfläche des Bauteils, welche Windbewegungen direkt zu spüren bekommt:

Wenn die Hinterlüftungsebene aber nicht gegen Außenluft abgegrenzt wird, ist diese Annahme falsch. Bei einem gut gedämmten Bauteil ist der Unterschied jedoch vernachlässigbar

Ruhende Luftschicht mit Verbindung zu einer Hinterlüftungsebene

Ein ähnliches Problem entsteht, wenn eine ruhende Luftschicht an eine Hinterlüftungsebene grenzt: Die ruhende Luftschicht ist nun nicht mehr allseitig umschlossen, denn es besteht über die Hinterlüftungsebene eine Verbindung zur Außenluft. Im folgenden Beispiel wurden die Bodendielen mit jeweils 10 mm Abstand in eine Hinterlüftungsebene eingefügt. Der U-Wert-Rechner betrachtet die Luftschicht zwischen den Deckenbalken deshalb als belüftet. Die Luftschicht und die darin enthaltenen Balken werden bei der Berechnung nun nicht berücksichtigt:

Abhilfe schafft auch hier die Abgrenzung der beiden Schichten:

Ruhende Luftschicht die Kontakt zu Raum- UND Außenluft hat

Ein unlösbares Problem entsteht, wenn eine ruhende Luftschicht zur Raum- UND zur Außenluft Verbindung hat. Eine korrekte Berechnung ist hier nicht möglich. Der U-Wert-Rechner greift deshalb nicht in die Schichtenfolge ein und behält alle Schichten wie vorgegeben bei. Es wird aber eine Warnung auf der Seite ‚Hinweise‘ angezeigt.

Im folgenden Beispiel wurde die Eingabe mit einer ruhenden Luftschicht gestartet, in die Sparren und Dämmschicht eingefügt wurden. Obwohl die Dämmebene Raum- und Außenluft voneinander trennt, sind die verbleibenden Luftschichten auf beiden Seiten des Bauteils nicht unabhängig, denn Sie werden programmintern beide als Teil EINER ruhenden Luftschicht aufgefasst:

Dieses Problem vermeiden Sie, indem Sie das Bauteil in drei einzelne Schichten aufteilen (Luftschicht, Dämmung, Luftschicht) und die Sparren in die raumseitige Luftschicht einfügen:

Beachten Sie, dass der U-Wert-Rechner nicht alle Probleme erkennt und möglicherweise Ihre Eingabe nicht immer korrekt interpretiert. Kontrollieren Sie deshalb auf der Seite „U-Wert“, ob Ihr Bauteil korrekt berechnet wurde.

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