Was Sie über die neue Feuchteschutz-Norm DIN 4108-3:2018 wissen müssen

Seit Oktober 2018 ist die überarbeitete Version der DIN 4108-3 gültig. Daneben bietet der Ubakus nun auch eine flexiblere Berechnung der Trocknungsreserve. Im Folgenden erfahren Sie, was Sie darüber wissen müssen.

Die neue Feuchteschutznorm DIN 4108-3:2018-10

Am grundlegenden Berechnungsverfahren sowie am verwendeten Blockklima hat sich nichts geändert, mit einer Ausnahme: Die neue Norm hat endlich einen großen Kritikpunkt ausgeräumt, nämlich die pauschale Berücksichtigung von Sonneneinstrahlung bei Dächern. Für die Berechnung der Verdunstungsmenge im Sommer wurden bei Dächern bisher grundsätzlich günstigere Bedingungen angenommen als bei Wänden. Dies ist jedoch nur gerechtfertigt, wenn das Dach besonnt ist und keine sehr helle Oberfläche hat. Denn nur dann kann sich die Dachoberfläche spürbar erwärmen und damit die Trocknung von Tauwasser beschleunigen. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, gibt es bei der Auswahl der Bauteiltypen „Dach“ und „Flachdach“ nun zwei Varianten (siehe Abbildung). Ist das Dach nicht besonnt oder hat es eine helle Oberfläche wird das günstigere Dachklima nicht angesetzt. Statt dessen wird das Bauteil wie eine Wand behandelt. Einzelheiten zum Berechnungsverfahren finden Sie im Artikel Berechnung des Feuchteschutzes.

Daneben wurde der Anwendungsbereich der neuen Norm weiter eingeschränkt: Flachdächer mit Platten- oder Kiesbelag sowie außen dampfdichte Dächer in Holzbauweise dürfen damit nun nicht mehr nachgewiesen werden. Der Nachweis von letzteren scheiterte in der Praxis aber auch zuvor schon daran, dass hier idealerweise eine feuchtevariable Dampfbremse zum Einsatz kommen sollte, die von der DIN 4108-3 jedoch nicht unterstützt wird.

Eine kleine Änderung gab es auch bei der maximal erlaubten Tauwassermenge, die von der Wasseraufnahmefähigkeit der befeuchteten Baustoffe abhängt. Die Einstufung als „wasseraufnahmefähig“ (was zu der höheren maximal erlaubten Tauwassermenge von 1 kg/m² führt) erfolgt nun bereits ab einem Wasseraufnahmekoeffizient von 0,1 kg/m²/h^0,5 (früher: ab 0,5 kg/m²/h^0,5).

Trocknungsreserve (DIN 68800-2)

Bei Holzkonstruktion ist neben dem Feuchteschutz nach DIN 4108-3 eine zusätzliche Trocknungsreserve zu gewährleisten, die das Austrocknen von unplanmäßig eingedrungener Feuchtigkeit sicherstellen soll. Dazu fordert die DIN 68800-2 aus dem Jahr 2012 eine zusätzliche Verdunstungsmasse von 100g bzw. 250g pro Jahr.

Wie diese zusätzliche Verdunstungsmasse genau berechnet werden soll, ist jedoch nicht eindeutig festgelegt: Die DIN 68800-2 verweist zwar auf die DIN 4108-3; ob das damals gültige Blockklima aus der 2001er Version oder das ungünstigere Klima der neueren Versionen verwendet werden soll, bleibt jedoch offen. Daniel Kehl (Experte und Fachautor auf dem Gebiet der Holzbauphysik, www.holzbauphysik.de) empfiehlt, die Trocknungsreserve weiterhin mit der 2001er DIN 4108-3 zu berechnen, denn die in DIN 68800-2 genannten Grenzwerte wurden im Zusammenspiel mit eben jener 2001er Version festgelegt.

Deshalb haben Sie ab sofort die Möglichkeit, die Trocknungsreserve mit dem 2001er Blockklima zu berechnen. Die entsprechende Einstellmöglichkeit finden Sie auf der Seite „Feuchteschutz“ und auf dem Dialog „PDF Herunterladen“:

Weitere Einzelheiten finden Sie im Artikel Trocknungsreserve nach DIN 68800-2.

Das könnte Sie auch interessieren:

Berechnung des Feuchteschutzes
Trocknungsreserve nach DIN 68800-2
Außen dampfdichte Dächer
Kerndämmung: Feuchteschutz?
Flankendiffusion – Feuchtigkeit trotz Dampfsperre

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

Bitte nur Kommentare, die diesen Artikel direkt betreffen. Fragen zu Ihrem Bauvorhaben bzw. Ihrer Sanierung werden hier nicht beantwortet!

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*