Innendämmung von Fachwerk

Eine Innendämmung ist im Vergleich zur Außendämmung immer die bauphysikalisch schlechtere Lösung:

  • Tauwasser auf der Innenseite der Fachwerkwand lässt sich praktisch nicht vermeiden, weil die Taupunkttemperatur im Fachwerk -wegen der Innendämmung- sehr niedrig liegt. Damit sind die Anforderungen an die Dämmung schon weitgehend festgelegt: Sie muss das anfallende Tauwasser schadlos aufnehmen können und die Fachwerkwand so trocken wie möglich halten.
  • Die Fachwerkkonstruktion ist oftmals ungeschützt der Witterung ausgesetzt. Weil der Großteil der Temperaturdifferenz zwischen Innen und Außen in der Dämmung abfällt, ist das Fachwerk nur wenig wärmer als die Außenluft. Es trocknet deshalb langsamer als ohne Dämmung und die Holzfeuchte ist insgesamt höher.
  • Außen sichtbares Fachwerk ist dem Schlagregen ungeschützt ausgesetzt. Der Feuchtigkeitseintrag kann dadurch erheblich erhöht werden. Dann ist es besonderes wichtig, dass die Feuchtigkeit auch nach innen, d.h. durch die Innendämmung hindurch, abtrocknen kann. Um den direkten Durchtritt von Schlagregen in die Dämmung zu verhindern, sollte die Wandinnenseite durchgängig verputz sein. Auf der Wetterseite sollte Fachwerk trotzdem immer verkleidet werden.
  • Alle Wand- und Deckenanschlüsse stellen Wärmebrücken dar, weil sie die Innendämmung durchbrechen.

Übrigens enthält die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) keine Anforderungen mehr für den nachträglichen Einbau von Innendämmungen.

Dampfbremse / Dampfsperre?

Theoretisch könnte eine raumseitig angeordnete Dampfbremse das Tauwasserproblem lösen (nicht jedoch den Feuchteeintrag von außen durch Schlagregen). Von einer starken Dampfbremse oder gar Dampfsperre wird bei Fachwerkhäusern aber dringend abgeraten, denn gerade hier wird eine Dampfbremse kaum dauerhaft dicht bleiben. Das Problem sind nicht nur sämtliche Anschlüsse und Durchführungen (Steckdosen, Leitungen, Türen, …) sondern auch die sogenannte Flankendiffusion und die Bewegungen der Holzkonstruktion, die die Dampfbremse mitmachen muss. Wird die Dampfbremse an einer Stelle undicht, können hier unter Umständen große Mengen Feuchtigkeit in die Dämmung gelangen. Das Austrocknen wird dagegen weiterhin von der Dampfbremse erschwert.

Wenn eine Dampfbremse zum Einsatz kommen soll, dann sollte der sd-Wert der gesamten Innendämmung (Dämmung, Dampfbremse und Verkleidung) 2m nicht übersteigen, damit das Trocknungsvermögen weitestgehend erhalten bleibt (siehe Hartwig M. Künzel: Feuchteschutz von Fachwerkwänden, WTA Schriftenreihe, Heft 16, 1998).

Update, Februar 2018
Inzwischen sind feuchtevariable Dampfbremsen schon so lange auf dem Markt, dass es positive Langzeiterfahrungen beim Einsatz in Fachwerkhäusern gibt. So hat z.B. Robert Borsch-Laaks [1] gezeigt, dass beim Einsatz feuchtevariabler Dampfbremsen auch hohe Dämmstärken von bis zu 18 cm möglich sind. Bei der Auswahl einer feuchtevariablen Dampfbremse sollte aber darauf geachtet werden, dass der gesamte sd-Wert der Innendämmung bei hoher Feuchtelast (Austrocknung im Sommer) möglichst gering ist (unter 2m).

Empfohlene Varianten

Wie bereits erwähnt, sollte der Dämmstoff Feuchtigkeit schadlos aufnehmen können. Dabei bewährt haben sich (Leicht-)Lehm, Holzfaserdämmplatten und Zelluloseflocken.

1. Zelluloseflocken

Zelluloseflocken haben neben ihrer sorbtiven/kapillaraktiven Eigenschaft den Vorteil, dass sie die Unebenheiten von Fachwerkwänden perfekt ausgleichen. Dazu wird ein Ständerwerk vor die Fachwerkwand gesetzt, mit Gipskarton verkleidet und mit Zelluloseflocken ausgeblasen. Auf eine OSB-Platte als Verkleidung sollte man besser verzichten, da sie den sd-Wert der Innendämmung zu stark erhöht und dadurch das Trocknungsvermögen zu sehr reduziert, insbesondere bei Sichtfachwerk. Die OSB-Platte lässt sich zum Beispiel durch eine zweite Lage Gipskarton ersetzen. Idealerweise verbaut man dabei eine geeignete feuchtevariable Dampfbremse zwischen den beiden Lagen Gipskarton.

Über (positive) Langzeiterfahrungen mit Dämmstärken von 12cm und mehr wurden in [1] und [2] berichtet.

2. Holzfaserdämmplatten

Holzfaserdämmplatten werden in einem Lehmbett vollflächig an die Wand geklebt. Holz und Lehm sind eine seit Jahrhunderten bewährte Kombination. Nicht ohne Grund: Lehm ist stark saugfähig und hält die Feuchtigkeit vom Holz fern. Die Stärke der Holzfaserdämmplatten sollte nach Meinung vieler Experten 6 cm nicht übersteigen. Als Innenputz eignet sich ebenfalls ein Lehmputz oder ein Kalkputz.

Wem dieser Aufbau nicht sicher genug ist, der kann die Holzfaserdämmplatte mit einer Wandheizung versehen. Dazu werden Heizungsrohre (z.B. 16 mm starke Mehrschichtverbundrohre) auf der Dämmplatte verlegt und zusammen mit einem Armierungsgewebe mit Lehm in mehreren Schichten eingeputzt. Dies ist mit etwas Erfahrung auch in Eigenleistung möglich. Die höhere Oberflächentemperatur lässt nicht nur das Tauwasser schneller verdunsten, sondern sie sorgt auch für ein sehr angenehmes Raumklima. In dieser Kombination sind sicher auch höhere Dämmstärken möglich und sinnvoll.

Innendämmung mit Holzfaserdämmplatten (Querschnitt)

Aufbau einer Innendämmung mit Holzweichfaserplatten. Das unvermeidliche Tauwasser wird großteils vom Lehmputz und der Dämmplatte aufgenommen und kann auf der Wandinnenseite verdunsten.

3. Leichtlehm und Schilfrohr

Leichtlehm (z.B. Strohlehm) und Schilfrohr haben eine lange Tradition. Die hygroskopische Eigenschaften von Leichtlehm machen ihn -feuchtigkeitstechnisch – zur idealen Dämmvariante. Leider ist die Dämmwirkung vergleichsweise gering, so dass die Dämmung deutlich dicker ausfallen wird und der Raumverlust möglicherweise zu hoch erscheint. Bei der Verwendung von Leichtlehm als Dämmstoff ist außerdem zu beachten, dass in der Bauphase sehr große Mengen Feuchtigkeit eingebracht werden, die Trocknungsdauer ist entsprechend lang und die Feuchtebelastung des Fachwerks entsprechend hoch.

Schilfrohr ist von Natur aus feuchteunempfindlich, allerdings ist seine Dämmwirkung und die Fähigkeit, Tauwasser aufzunehmen und zu transportieren, schlechter als bei Holzfaserdämmplatten. Hier müssen unbedingt die örtlichen Gegebenheiten berücksichtig werden und die Planung sollte einem Experten überlassen werden. Der vermutlich einzige Vorteil von Schilfrohr gegenüber Holzfaserdämmplatten ist sein günstiger Preis.

Ein potentieller Nachteil von feucht eingebrachter Dämmung ist das Schrumpfen während der Trocknung: Dadurch entstehen leicht Risse zwischen Holz und Lehm. Im schlimmsten Fall löst sich sogar der Kontakt zur bestehenden Ausfachung, so dass der Kapillarwassertransport zwischen Dämmung und Fachwerk beeinträchtigt wird.

Was Sie vermeiden sollten

Mineralwolle

Negativbeispiel: Innendämmung von Fachwerk mit Mineralwolle

Bei einer Innendämmung mit Mineralwolle liegt die Tauwasserzone auf der Innenseite der Fachwerkkonstruktion. Die Dämmung aus Mineralwolle ist jedoch nicht in der Lage, das Tauwasser aufzunehmen und an die Oberfläche zu transportieren. Das Tauwasser wird sich in der Fachwerkwand ansammeln und langfristig Schaden anrichten. Im Gegensatz zu Zelluloseflocken hat Mineralwolle außerdem einen sehr niedrigen Strömungswiderstand, so dass Undichtigkeiten in der Luftdichtheitsebene zu besonders hohen Feuchteeinträgen führen.

Fairerweise muss man anmerken, dass auch diese Variante in Verbindung mit einer geeigneten feuchtevariablen Dampfbremse und gewissenhaft ausgeführter Luftdichtheitsebene zumindest unter günstigen Bedingungen zu funktionieren scheint.

Styropor

Auch bei einer Innendämmung mit Styropor liegt die Tauwasserzone auf der Innenseite der Fachwerkwand. Styropor ist allerdings wesentlich diffusionsdichter als Mineralwolle. Deshalb würde hinter einer lückenlosen Schicht aus Styropor deutlich weniger Tauwasser ausfallen, als hinter Mineralwolle. Allerdings behindert das diffusionsdichtere Styropor auch die Austrocknung. Und ob die Dämmung tatsächlich lückenlos (also luftdicht) eingebaut werden kann, darf bezweifelt werden. Falls nicht, sieht die Situation noch schlechter aus, als bei Mineralwolle.

Bei beiden Varianten kommt ein weiterer negativer Effekt hinzu: Die Wand kann kaum Feuchte puffern und hat deshalb keine ausgleichende Wirkung auf die Luftfeuchtigkeit.

Hohlräume / Konvektion

Hohlräume zwischen Fachwerk und Dämmung führen bei undichtem Innenputz leicht zu Luftströmungen und besonders hohem Tauwasserausfall. Weil das Fachwerk in der Regel ebenfalls nicht luftdicht ist, werden hier Luftströmung und Tauwasserausfall besonders groß.

Eine Bitte zum Schluss

Was für Dämmmaßnahmen grundsätzlich gilt, gilt bei Fachwerkhäusern ganz besonders: Lassen Sie sich von einem erfahrenen(!) Planer vor Ort beraten. Eine ungeeignete Dämmung kann gerade bei einem Fachwerkhaus große Schäden anrichten. Diese Webseite kann nur grundlegende Informationen vermitteln, die Beratung im Einzelfall kann sie nicht ersetzen.

Quellen

[1] Robert Borsch-Laaks, 9. Internationaler Holz[Bau]Physik-Kongress, Leipzig, 16. Februar 2018
[2] Holzbau Quadriga, Ausgabe 5/2005, S.20

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22.2.2018 aktualisiert.

49 Kommentare

  1. Sehr schön. Bin beeindruckt. Beschäftige mich seit Jahren mit der Thematik (als Zimmermeister und privater Bauherr – natürlich im FW-Haus) und auch mit kontroversen Sichtweisen (z.B. Paul Bossert oder auch obigem Thema, wo ja St. Glaser quasi vom Sockel gestoßen wird).
    Ich will doch sehr hoffen, daß uns diese Seite mit dem Rechner noch lange erhalten bleiben wird!
    Glück auf!

  2. Was mich wundert ist, dass die Mineraldämmplatten-Systeme wie Ytong Multipor hier im Rechner keine deutliche Verbesserung bzgl. Tauwasser bringen. Diese sind doch im Vergleich zu EPS/Styropor/Neopor deutlich diffussionsoffener. ?

  3. Eine einzelne diffusionsoffene Schicht ist leider keine Garantie für einen funktionierenden Feuchteschutz. Es kommt auf das Zusammenspiel der einzelnen Schichten an.
    Um einen Feuchtigkeitsstau (im Winter) zu vermeiden, sollte ein Bauteil idealerweise von innen nach außen diffusionsoffener werden. Diffusionsoffene Schichten sind deshalb auf der Außenseite sinnvoll. Aber selbst dort bewirkt der Außenputz als äußerste Schicht fast immer eine Verletzung dieser Regel.

  4. Um die kapillare Leitfähigkeit der Holzfaserplatten zu testen, habe ich mir verschiedene Ausführungen besorgt und Probestücke davon in Wasser gestellt. Leider konnte ich dabei keinerlei kapillare Leitfähigkeit feststellen! Das Wasser stieg kaum bis gar nicht über den Wasserspiegel hinaus hoch. Ebenso bei der Ytong Multipor. Bin ratlos, was ich nun zur Innendämmung verwenden soll1

  5. Hallo Herr Drews,
    Ihr Experiment verwundert mich! Um mir meine eigene Meinung zu bilden, habe ich ebenfalls ein Stück Holzfaserplatte in einen Teller mit Wasser gelegt. Meine Beobachtung: Innerhalb der ersten 12 Stunden war kein Hochsteigen der Feuchtigkeit zu beobachten. Wohl aber, dass der Wasserspiegel im Teller deutlich gesunken ist! Das heißt, zunächst hat sich der eingetauchte Teil der Platte langsam mit Wasser vollgesogen. Erst danach dehnt sich der durchnässte Bereich nach oben aus. Nach 16 Stunden stand die Feuchtigkeit bereits 1 bis 2 cm über der Wasseroberfläche. Dass sich diese Effekte vergleichsweise langsam abspielen, hat für die Praxis keinen Nachteil, denn Tauwasser entsteht normalerweise ebenfalls langsam.
    Holzfaserplatten gibt es übrigens auch in bitumierten oder hydrophobierten Varianten, um die Wasseraufnahme zu unterbinden. Diese Dämmplatten sind aber in der Regel nicht für die Innendämmung empfehlenswert.

  6. Hallo Herr Plag,

    mit welcher Platte hatten Sie es denn probiert? Ich hatte Platten von Gutex und Steico, direkt für die Innendämmung.

    Ich habe den gleichen Versuch mit den mineralischen Platten von redstone (pura) und knauf (TecTem) gemacht. Wobei die Pura schon eine deutliche kapillare Leitfähigkeit aufweist. Die TecTem eine noch höhere. In diesem Punkt sind die mieralischen Platten für mich die bessere Wahl.

    Nur frage ich mich, wie verhalten sich die Platten in Bezug auf ihre Wärmeleitfähigkeit, wenn sie durch Kondensat feucht sind. Hier sollen ja die Holzfaserplatten trotzdem noch eine relativ geringe Wärmeleitfähigkeit haben.

    Andererseits wie wirkt sich Feuchtigkeit auf Dauer auf die Holzfaserplatten aus? Fagen diese dann an zu faulen?

    Also noch viele Fragen. Innendämmung scheint eine komplizierte Sache zu sein. Eventuell hat von den Lesern/Benutzern hier ja schon jemand positve/negative Erfahrungen gemacht?
    Für Hinweise wäre ich dankbar.

    PS: Wäre es möglich, die mineralischen Platten mit in die Datenbank aufzunehmen?

    Vielen Dank und schönen Gruß, M. Drews.

  7. Hallo
    Was mich noch Interressiert, wie sieht es Im Badezimmer mit diesen Maßnahmen aus. Genauer im Bereich der Dusche. Dort sollen Fliesen auf Die Holzfaserplatten. Was passiert in Diesen bereichen?

    Gruß Norbert Schnabel

  8. Hallo Herr Schnabel, Dusche im Fachwerkhaus, an Außenwand grenzend, ist ein ganz besonders delikater Fall, bei dem ich einen Ratschlag, ohne die Situation vor Ort zu kennen, für unseriös halten würde. Um die Lage besser einzuschätzen, kann ich Ihnen nur empfehlen, relevante Foreneinträge auf http://www.fachwerk.de zu suchen, da wurde dieses Thema schon öfter diskutiert. Ich bin auch der Meinung, dass sich der kostenpflichtige Rat eines Fachwerk-Profis (ebenfalls unter http://www.fachwerk.de zu finden) in so einem Fall immer bezahlt macht.
    Grüße, und gutes Gelingen!

  9. Hallo Herr Drews,
    ich hatte ebenfalls ein Stück Gutex Innendämmung, ca. 8x8x8cm³, ca. 2 Jahre alt.
    Holzfaserplatten sind tatsächlich weniger kapillaraktiv als poröse, mineralische Dämmstoffe. Was das für die Bauphysik einer Innendämmung bedeutet, lässt sich anhand eines Eintauchexperiments aber nur unvollkommen verstehen. Wenn man sich etwas mehr mit dem Feuchteverhalten von Baustoffen beschäftigt, stellt man schnell fest, dass sich hier hochinteressante und sehr komplexe Physik abspielt. Ich versuche mal an der Oberfläche zu kratzen: Feuchtigkeit wird per Dampftransport und per Kapillarwassertransport geleitet. Die Eigenschaften von Kapillaren hängen entscheidend von deren Durchmesser ab: kleiner Durchmesser saugt stark, nimmt aber nur wenig Wasser auf, großer Durchmesser saugt weniger stark, kann aber viel Wasser aufnehmen. In praktisch jedem Baustoff gibt es Kapillare unterschiedlicher Durchmesser, man kann hier lediglich eine Verteilung angeben. Um das daraus resultierende Feuchteverhalten zu beschreiben, müssen mehrere Parameter herangezogen werden, der bekannteste ist vermutlich der Wasseraufnahmekoeffizient Aw, der vermutlich auch das Eintauchexperiment weitgehend beschreibt. In der Praxis ist der Wasseraufnahmekoeffizient aber – wie der Name sagt – für die WasserAUFNAHME relevant, z.B. bei Schlagregenbeanspruchung, und weniger für Kondensationsprozesse.
    Wieviel Wasser eine Holzfaserplatte bereits aufgenommen hat, kann man übrigens nicht direkt sehen. Erst wenn die Poren gesättigt sind, sieht die Platte richtig nass aus. Dann ist es aber auch hier mit der Dämmfähigkeit dahin. Allerdings können diese Platten vergleichsweise viel Feuchtigkeit aufnehmen, BEVOR die Kapillare gesättigt sind. Und dann dämmen die Platten auch noch einigermaßen.
    Was Feuchtigkeit auf längere Zeit bei Holzfaserplatten anrichtet, kann ich nicht genau sagen: Wenn die Feuchtigkeit im richtigen Bereich liegt, müssten sie tatsächlich irgendwann anfangen zu schimmeln. Das konnte ich selbst aber bisher noch nicht beobachten, weder bei Abfallstücken, die längere Zeit in Dreck und Regen lagen, noch bei meiner seit drei Jahren immer noch unverputzten Außendämmung :-X
    Die Dämmstoffe pura und TecTem habe ich aufgenommen, einen großen Unterschied wird Ihnen der U-Wert-Rechner allerdings nicht ermitteln, da die Kapillarität bisher leider überhaupt nicht bei der Feuchterechnung berücksichtigt wird.
    Grüße
    Ralf Plag

  10. Hallo Herr Plag,

    ich muss Ihre Antwort erst mal „verdauen“. Ich möchte mich aber schon mal für Ihre Mühe zur Beantwortung meiner Fragen und Ihrer Arbeit hier an diesen Seiten bedanken.

    Schönen Gruß,
    Michael Drews.

  11. Hallo,
    in dem Artikel oben steht: „Die Stärke der Holzfaserdämmplatten sollte nach Meinung vieler Experten 6 cm nicht übersteigen.“
    Ich bin derzeit am Innenausbau einer ehemaligen Scheune mit außen sichtbarem Gefachen.
    Um möglichst viel Energie zu sparen, möchte ich gerne einen Wärmedurchgangskoeffizient der Wand von 0,024W/(m^2*K) oder besser erreichen.
    Bei dem, im Artikel beschriebenen, Wandaufbau wären hierfür mindestens 16,5cm Holzfaserdämmplatten notwendig. Die oben empfohlenen Flächenheizkörper an den Außenwänden halte ich für nicht sehr sinnvoll, da die Wärmeübertragung in den Raum durch Konvektion gegenüber „normalen“ Radiatoren nur ein Bruchteil beträgt und in dem Raum teilweise Regale und Bilder an der Wand angebracht werden sollen.
    Gibt es da noch ein paar Tipps wie ich den Wandaufbau am besten gestalte?

    Gruß
    Christoph

  12. Hallo Christoph,
    bitte tun Sie Ihrem Fachwerk keine Experimente an! Suchen Sie sich einen Experten, der viele Jahre Erfahrung mit Fachwerk hat, und lassen Sie sich beraten. http://www.fachwerk.de kennen Sie sicher bereits.
    Grüße
    Ralf Plag

  13. Ja, Holzfaserplatten können Schimmeln wenn Sie dauerhaft feucht sind.

  14. Hallo Herr Plag,

    in dem Artikel erwähnen Sie, dass in Kombination mit einer Wandheizung Dämmstärken jenseits von 6cm möglich und sinnvoll seien.
    Welche Dämmstärken wären in diesem Fall noch sinnvoll oder gibt es dann keine Einschränkungen mehr bzgl. des Tauwasserproblems?
    Welche weiteren Aspekte müssten in diesem Fall berücksichtigt werden?

    Gruß
    Werner

  15. Hallo Werner,
    dies hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab wie z.B. vorhandener Wandaufbau, Auslegung der Heizung (Vorlauftemperatur), Klima (innen und außen)…
    Eine pauschale Antwort kann ich deshalb nicht geben.
    Grüße
    Ralf Plag

  16. Hallo Herr Plag
    Kann das Taupunktproblem nicht mit dem Einsatz eines Dämmstoffes aus 100% Schafwolle anstelle der Mineralwolle gelöst werden. Schafwolle nimmt Feuchtigkeit auf (ca. 1/3 des Eigengewichtes) und gibt diese wieder ab?
    Gruss
    Niklaus Sägesser

  17. Hallo Herr Plag, ich möchte mein neu erworbenes Fachwerkhaus von innen dämmen. Vor 20 Jahren ist 2 cm dickes Styropor auf die Innenwände geklebt worden und mit dicker Tapete versiegelt worden. (leider schief und sehr uneben ) Ich habe das nun mühselig von den Wänden gekratzt und dabei die Wand in einen völlig renovierungsbedürftigen Zustand versetzt. Den alten Lehm feuchte ich nun an und bringe ihn wieder auf die Wand. Ansonsten ist die Wand perfekt trocken, kein Schimmel. keine Schädlinge. Ich habe nun viel über Fachwerkinnendämmung gelesen – das erscheint mir alles zu aufwendig für mein wenig Geld.
    Was meinen Sie zu der Variante bei der: 2 cm Hinterlüftung der Fachwerkwand ( durch den ständigen Luftzug kann sich wohl kaum Feuchtigkeit ansammeln ???), dann 4 cm Styropor zwischen 4×6 cm Holzträger und dann mit Gipskartonplatten beplanken, als Wärmedämmung zum Einsatz gekommen sind. Das funktioniert bei mir zu Hause seit ebenfalls 20 Jahren problemlos.
    Fachleute in meiner Region wollen mir einfach nur eine Gipskartonständerwand vollflächig, ohne Dämmung und ohne Lüftung montieren. Da habe ich gar kein gute Gefühl bei.
    Ich erwarte gespannt Ihre Meinung und verbleibe mit freundlichen Grüßen aus Weimar

  18. @Christoph: Um etwas näher an Ihr Ziel von 0,024 ranzukommen, bringen Sie an der Außenseite des Gefaches Kalkputz mit bi zu 50% Zuschlag von Blähglasgranulat. Die Diffusionsoffenheit bleibt bestehen und dabei erhöhen Sie die Dämmwirkung Ihrer Schale. An sich würde ich an Ihrer Stelle das Fachwerk verkleiden (falls erlaubt) mit einer Schale aus Holzbrettern. Damit haben Sie meiner Meinung nach für mindestens 50-80 Jahre vorgesorgt. Schlagregen wird abgewendet und gleichzeitig wird der eisige Wind im Winter auch abgewendet. Die Holzbretterschale soll aber hinterlüftet sein.

  19. Hallo,
    Ich bin totaler Laie, wohne aber in einem ungehemmten Fachwerkhaus. Das heißt, ich habe die alten Eichenbalken in der Wohnung, was ich sehr schön finde.
    Von außen an der Wetterseite befinden sich alte Schieferschindeln an den Aussenwänden.
    Ich würde nun auf Grund der sehr gestiegenen Energiekosten die Innenwände Dämmen wollen. Gibt es eine Möglichkeit dies zu tun ohne die Balken verblenden zu müssen, oder verliere ich dann automatisch die Fachwerkatmosphäre in der Wohnung?
    Das Haus ist Baujahr 1735.

  20. Hallo

    soeben habe ich Erfahrung mit dem u-wert- Rechner gemacht.
    Von einer Innendämmung werde ich, wo immer ich kann abraten.
    Lehmfachwerk , vor allem mit einer Wetterschale ist schon eine sehr gute Dämmschicht.
    Also sollte innen eine „schwere“ Konstruktionsschicht angeordnet werden.
    Das ist eine Mauerwerksschale mindestens 10cm Ytong0,65 besser aber 24cm Vollziegel….. und vor allem ohne Dämmschicht zwischen Mauerwerk und Fachwerk. – Dann übersteht das Haus auch die nächsten 100 Jahre.
    Damit kann man sicher die Taupunktproblematik beherrschen.
    Und 10 cm Ytong bringen schon 20 % mehr Wärmedämmung.
    Eigentlich bin ich etwas erstaunt, das von dieser Lösung noch niemand geschrieben hat.
    Über Antworten würde ich mich sehr freuen.
    Bei der Maßnahme, die ich in den nächsten Wochen durchführen werde, werde ich auch eine Dokumentation erstellen. – Vorher- Nachher- Zustand.
    Unser Haus ist von 1886?…. also auch schon älter.

  21. Vermutlich meinen Sie hier nicht massive Vollziegel? Diese würden die Dämmung jedenfalls praktisch nicht verbessern. Bei derlei Aktionen bitte immer auch die Statik beachten!

  22. Von einer Dampfbremse wird hier dringend abgeraten. Aber generell erscheint es mir sinnvoll den Feuchteeintrag in die Wand zu minimieren. Und jene Feuchtigkeit, die eben doch in die Wand gelangt und an der kalten Fachwerkwand kondensiert durch einen kapillaren Dämmstoff aufzunehmen. Dieser verteilt die Feuchtigkeit und kann sie bei geeigneter Witterung über die Außenwand abgeben.

    Mein geplanter Aufbau besteht aus:
    einer Gipsfaserplatte (Fermacell, o.ä.), gefolgt von
    einer OSB-Platte (um auch mal einen Nagel in die Wand zu bekommen),
    einer Vario-Dampfbremse um das Abtrocken auch in den Raum hin zu ermöglichen,
    einer Holzfaserdämmung welche die enstehende Feuchtigkeit aufnimmt,
    Lehmputz um einen Übergang zur Wand zu schaffen,
    der Fachwerkwand selbst.

    Sieht da jemand Schwierigkeiten?
    Gruß,
    Bertha

  23. OSB ist sehr steif. Das würde ich lieber nicht in einem Fachwerkhaus verbauen, da es kaum arbeiten kann. Außerdem ist die Dampfdurchlässigkeit der OSB-Platte ziemlich gering. Zusammen mit der Dampfbremse wird da vermutlich nicht viel in den Raum hinein trocknen…

    Grüße
    Ralf Plag

  24. Hallo zusammen,

    zum Thema Fachwerksanierung habe ich auch noch Fragen, die mir etwas Kopfzerbrechen bereiten.
    Bestand ist ein Fachwerkhaus, welches mit Vollziegel ausgefacht ist. Die Wandstärke beträgt 140 mm. Wir haben uns einen Bauing. zur Beratung dazu geholt(hatte bisher aber noch nicht sehr viele Fachwerkbauten betreut). Nach seiner Planung wurde uns nun angeraten, zwecks Innendämmung, Y-Tong PP2 0,35 in der Stärke 240 mm zu verwenden.
    Damit würde ein Dämmwert knapp unter den Vorgaben von 0,35 erreicht werden.
    Nun haben wir aber aus verschiedenen Richtung(Baufachhandel, Bekannte sie sich auch schon mit dem Thema befasst haben) Stimmen gehört, die uns nun wieder von einer Verwendung von Y-Tong abraten (Thema- Taupunktverlagerung).
    Dies sollte aber laut Planer kein Problem sein.
    Mir ist schon klar, dass jeder Baufachhändel sein alternatives Material(Dämmplatten, Redstone, Holzfaser etc….) für das am besten geeignete hält.
    Aber hat jemand von euch schon Erfahrung, ob nun positiver oder negativer Art zum Thema Fachwerk und Y-Tong gemacht?

    Mfg und schönes WE Manuel

  25. hallo alle zusammen,
    seit längerer zeit bin ich auf der suche nach einer innendämmung für unser fachwerkhaus. hier ein paar randdaten unseres hauses; bj. ca. 1800, denkmalgeschützt, eichefachwerk unverputzt. dachstuhl wurde restauriert, leider neue ziegeleindeckung. jetzt sind wir beim restaurieren des aussenfachwerkes ständerwerk ca.170/170mm, gefache 120mm ziegelausmauerung mit 50mm dachziegel in kalkmörtel, innenputz lehm ca.30mm. in diesem zuge wollen wir eine wandheizung in lehmlage ca. 40mm auf holzfaserplatte ca. 40mm einbauen, in allen aussenwänden. ohne eine zirk. luftschicht komme ich nicht aus. tauwasser sonst immer an aussenseite der holzfaserplatte zum fachwerk. ich habe auch den originalen zustand durchlaufen lassen, dass schadensbild durch feuchte ist entsprechend den berechnungen. das fachwerk hat innen teilweise schädigungen durch feuchtigkeit. meine feststellung: die berechnungen (originalzustand-gedämmter zustand) unterscheiden sich nur im besseren u-wert, feuchtigkeitsproblem nahezu identisch. meine frage ist, ob etwas gegen diesen wandaufbau (1.lehmputz mit integr. wandheizung ca. 40mm, 2.holzfaserdämmplatte 40mm, 3.30mm hinterlüftung,4. fachwerk mit ausmauerung) spricht und ob es noch anderes zu beachten gibt? enev spielt eine untergeordnete rolle, da denkmalgeschützt und aussendämmung nicht möglich. dass es kein passivhaus ist weiß ich, mir geht es um das feuchtigkeitsproblem, welches durch diesen aufbau nicht auftritt. zum anderen eine frage an den admin; wie wird die luftfeuchte innen bei lehmbauweise berücksichtigt?

    gruß michael

    ps: fachwerk.de u.a. kenne ich, energieberater halten sich mit denkmalgeschützten fachwerken etwas bedeckt und selbst die fachwerkprofis haben verschiedene meinungen.

  26. liebe Fachwerkfreunde,
    die kommentare indiesem forum habe ich mit interesse gelesen.ich möchte euch aus meinem erfahrungsschatz berichten,vielleicht ist es eine hilfe für einen oder den anderen von euch.ende1984 haben wir ein fachwerk, baujahr 1703 erworben und ab anfang 1985 mit der grundlegenden sanierung begonnen d.h. es wurde ein rückbau in teilabschnitten und ein wiederaufbau erforderlich,da die bausubstanz der wände und fußböden entweder sehr schlecht oder teilweise nicht mehr im originalzustand vorhanden war.das haus ist ein rauchhaus und somit war die innere bausubstanz ab eg -decke ineinem guten zustand. die außenwände waren zum teil nicht mehr als fachwerk vor handen und die nochvorhandenen teile waren unsachgemäß ausgeflickt worden.wir haben das außenfachwerk abschnittsweise ausgebaut und unter teilweiser wiederverwendung in ergänzung mit gebrauchten und neuen eichenhölzern wieder aufgebaut.die schwellen haben wir auf neu erstellten feldsteinfundament aufgelagert um keine aufsteigende feuchte in das schwellenholz zu bekommen( feldsteine haben keine kapilare wirkung ).die ständer sind im format 16/16 cm,die riegel sind 12-14 cm. die ausmauerung im originalem zustand wurde aus ziegelsteinen im format 5,5/9,5/19 cm mit kalkmörtel ausgemauert. das haus steht im marschgebiet der elbe un wurde vor der verstärkten eindeichung mehrfach im eg geflutet.aus diesem grunde wurden die schwellen sehr stark in mitleidenschaftgezogen. wir haben uns über die originalausführungen der damaligen bauausführungen umfangreich informiert um neuzeitfehler bei dem wiederaufbau zu vermeiden .bei diesen zeitaufwändigen recherchen hat uns die mitgliedschafft im der interessengemeinschaft bauernhaus sehr geholfen.das zur vorgeschichte nun geht es zur ausführung.über die bereiche feuchte,taupunkt, hinterlüftung, dämmung und raumklima verfügten wir uber ein gewisses grundwissen das wir weiter vervollständigten (lektüre,lektüre, lektüre,informationsveranstalltungen und berufsbegleitendes studium zum umweltschutzberater im handwerk).

  27. da ich mich zuvor zu sehr ausgequatschst habe muß ich nun hier endlich zum thema kommen. ich bitte um entschuldigung.die fachwerkausmauerung haben wir mit den originalsteinen und kalkmöretl alter art vorgenommen. die mauersteine haben wir aus allen möglichen quellen heran geschafft, abbruch u.s.w.sowie kleinanzeigen.uns war absolut daran gelegen diese steine zu bekommen, dawir festgestellt haben das sie zwar wasser aufnehmen es aber sehr schnell auch wieder abgeben.steinedie im winter im nassen gelegen haben sind kaputt gefroren sondern waren bald wieder getrocknet.das ist absolut wichtig für außenfachwerk. Die steine haben aufgrund ihrer formate (9,5 cm breit)die riegel und schon garnicht die schwellen aus gefüllt.Auf der innenseite der fachwerkwand haben wir bei einem abstand von ca 4,0 cm von der schwelle auf einem vom feldsteinfundament thermisch getrenntem fundament eine innenwand aufgebaut.Diese innenwand ist in nadelholzfachwerk erstellt.unser wunsch war es wenn man nun schon einem fachwerkhaus lebt möchte man es auch im hausinneren sehen.die gefache sind z.t. mit yali-leichtsteinen aus gemauert und mit lehm geputzt.

  28. aller guten dinge sind drei.nachdem wir mehr erfahrungen mit dem material lehm gesammelt haben sind wir absolute lehmfans. Dawir wie anfangs geschildert in teilabschnitten unser haus saniert haben sind die wischenzeitlich gesammelten erfahrungen immer mit ein geflossen. dieses abschnittsweise arbeiten beruht auf der tatsache dass wir nicht über die gelder verfügten um es in einem rutsch zuerlediegen es hat auch einen positiven aspekt da die erfahrungen einfließen.

  29. die innenwände haben wir auf grund neuer erfahrungen jetzt in leichtlehm in den gefachen aus geführt.den bereich zwischen der innewand und der außenwand haben wir mit korkplatten gedämmt und vollflächig mit lehmmörtel an der leichtlehmausfachung angebracht.die beheizung erfolgt mit einer wandheizung aus kupferrohr nur an den außenwänden.aufgrund daß wir in etappen arbeiten können wir immer gut die luftschicht zwiscen der inneschala und der außenwand kontrollieren es sind absolut keine feuchte- schäden an den wänden fest zu stellen.die raumfäuchte liegt bei ca 45% rel.dank dem lehm.
    wir konnten feststellen, daß die dämmstoffstärke nicht allzu groß sein muß da nur die ersten cm die wirkung bringen unsere empefehlung, wem es möglich ist der sollte die verwendung von lehm mit in seine planung übernehmen. bei unsere letzten etappe haben wir eine holzweichfaser platte auf einem abstand von 4,0cm als hinterlüftung vom außenfachwerk angebracht und den zwischenraumzur innenwand mit gebrannten lehmdämmkugeln bis auf ca 25 cm auf gefüllt wegen der nager von da an nach oben ist zellulose- dämmung eingeblasen worden.
    wir wünsche euch ein frohes schaffen
    gruß klaus

  30. Hallo Klaus,

    herzlichen Dank für diesen Einblick!

    Weiterhin gutes Gelingen!
    Ralf Plag

  31. Das Problem bei Holzfaser- und anderen Dämmplatten ist, daß ebene / gerade Platten nicht an einer krummen und buckligen Wand vollflächig anliegen können. Eine Zellulose-Einblasdämmung
    – hat immer Vollkontakt zur Wand,
    – ist noch wesentlich saugfähiger als Lehm, Kork, Holzfaser etc.,
    – verteilt die Feuchtigkeit schnell über große Bereiche wie ein Löschblatt,
    – erfüllt gleich noch eine luftdichtende Funktion
    – wird trocken eingebaut, Lehm enthält viel Wasser und trocknet langsam,
    – ist preiswerter, wenn man wirklich hohlraumfrei dämmen will und bedenkt, daß bei einer schiefen außen- und einer geraden Innenwand Hohlräume entstehen, die mit keiner Platte je voll ausgefüllt werden können.

    In der Fachzeitschrift Holzbau Quadriga Nr 6/2012 wird von der Burg Knesebeck in der südlichen Lüneburger Heide berichtet. Dort sind beide Methoden angewandt worden, die mit Lehm und die mit Zellulose. Der Vergleich verlief für Lehm katastrophal. Für den Fugenverschluß außen am Fachwerk gibt es allerdings hervorragende Lehmprodukte, die statt Acryl oder Silikon zu verwenden sind und sich genau so leicht verarbeiten lassen.

  32. Hallo Zusammen…
    Ich habe hier mal ein bischen herumgestöbert, da ich mich in das Thema Fassadendämmung für Fachwerkhäuser einlesen wollte. Dabei stellte sich mir die Frage, ob solch eine Fassaden-Innendämmung nicht gleichermaßen wie eine Dachdämmung ausgeführt werden kann. Bei einer Dachdämmung gilt es ja schließlich auch Tauwasserproblemen vorzubeugen und einen Feuchtigkeitsaustausch zu gewährleisten. Wäre es nicht möglich an der Innenseite der Fachwerkwand eine Unterkonstruktion aus Dachlatten zu montieren (vergleichbar wie bei einer hinterlüfteten Aussendämmung), eine Unterspannbahn darauf zu befestigen, eine Querlattung anzubringen, dazwischen Dämmwolle einzubringen, anschließend eine diffusionsoffene Folie zu befestigen und Rigipsplatten abschließend anzubringen.???.(also eine vergleichbare Konstruktion, wie bei einer Dachdämmung)…oder wäre das ein fataler Denkfehler??…würde diese Konstruktion ggf. funktionieren, wäre aber zu kostenintensiv….??? Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen…Liebe Grüße Chris

  33. Hallo Chris,

    beim Dach befindet sich über der Unterspannbahn eine Hinterlüftungsebene. Dadurch kann Feuchtigkeit sehr schnell abtransport werden. Bei der Fachwerkwand müssten sie dementsprechend ebenfalls zwischen Fachwerk und Dämmung eine funktionierende(!) Hinterlüftung mit Außenluft einplanen. Dadurch wäre die Fachwerkwand permanent dem Außenklima ausgesetzt, trägt also zur Dämmung nicht mehr bei, bewirkt größere Wärmebrücken und – je nach Innendämmung – auch eine schlechtere Rücktrocknung von Tauwasser. Ohne diese Hinterlüftungsebene würde der Dampfdiffusionswiderstand der Fachwerkwand zu Tauwasser an der Fachwerkwand führen.

    Grüße
    Ralf Plag

  34. Hallo miteinander,

    ich bin bei der Innendämmung von Fachwerk ein Freund von hinterlüfteten Fassaden. Wenn die Wandstärke keine übergeordnete Rolle spielt, ist diese Variante verhältnismäßig günstig und von der Verarbeitung her machbar. Allerdings muss hierzu, wie von Ralf geschrieben, eine funktionierende Hinterlüftung erstellt werden! Einen möglichen Wandaufbau mit Porenbeton und Holzfaserdämmung habe ich hier gerade mal gerechnet. Die Lösung kommt ohne Dampfbremsen, OSB oder Ähnliches aus und es reicht sogar für ein KfW70 Haus.

    Verkürzter Link zur Berechnung auf die Berechnung von u-wert.net
    http://goo.gl/YohR91

    Gerade auch beim Neubau von Fachwerkhäusern hat sich diese Variante bewährt und wird häufig eingesetzt.

    Alternativ kann man natürlich auch Leichtlehmbausteine verwenden. Der U-Wert wird ein wenig schlechter, aber man erhält einige der Vorteile vom Lehm. Außerdem wurden so nur „natürliche“ Baustoffe ohne viel Chemie verwendet.

    http://goo.gl/56xrxR

    Vielleicht für den einen oder anderen eine Hilfe bei den Überlegungen.

    Grüße

    Sebastian

  35. Hallo,

    ich bin seit Jahren mit dem Thema Fachwerkhäuser beschäftigt aber man lärnt immer was neues 🙂

    Danke

  36. Hallo,

    ich hoffe, hier werden noch Fragen beantwortet da die letzte schon länger her ist.
    Ich habe ein Fachwerkhaus von 1924. Grundmauer Sandstein und darauf das Fachwerk mit Ziegelsteinen. Vor ein paar Jahren haben wir auf den Rat eines Bekannten mit einem 50er Ständerwerk und Glaswolle von innen gedämmt (ohne Dampfsperre). Außen ist Behang und ebenfalls eine „dünne“ Dämmung in Form von Glaswolle.

    Das Erdgeschoss wird durch primär Kaminofen und zusätzlich Nachtspeicher beheizt. Luftfeuchte selten zwischen 26% und 45%. Dort befindet sich das Wohn-Esszimmer, die Küche.
    Gelüftet wird immer ordentlich.

    Die 1. Etage wird wenig zusätzlich beheizt da der Kaminofen von unten die Wärme gut durch das Haus trägt. Dort befindet sich das Schlafzimmer (immer so um 17-18 Grad und das Büro welche entweder die gleiche Temparatur hat oder etwas mehr falls ich mich drin aufhalte.

    Dachboden ist ausgebaut.

    Soviel zum Umstand. Mich quält aber schon länger die Frage ob das wirklich so gut ist. Ich weiß, warum nicht vorher genauer nachfragen. Da der Bekannte aber schon etliches selbst gemacht hat, habe ich mich einfach mal darauf verlassen.

    Wie sehen Sie diese Dämmsituation ? Soll ich am Besten alles wieder entfernen ?

    Danke und Gruß,

    Markus D.

  37. Nachtrag. Zur Luftfeuchte meinte ich in der Regel zwischen 26% und 45%. Meistens jedoch um 30%

  38. Auf dem Ständerwerk sitzt 12,5mm Gipskarton. So, ich hoffe jetzt habe ich alles.

  39. Hallo Markus,

    fragen zum eigenen Bauvorhaben bitte im Forum stellen. Ich fürchte allerdings, dass Ihnen zu dieser Frage niemand aus der Ferne eine definitive Antwort geben kann.

    Grüße
    Ralf Plag

  40. Hallo Fachleute!
    Habe just einen Fachwerk-Bauernhof aus dem 18.Jh. gekauft und will das alte Wohnhaus wieder bewohnbar machen und die Scheune zusätzlich zum Wohnraum umbauen.

    Problem 1: Wohnhaus (Bj. 1780-1820?)
    Heutiger Wandaufbau (von außen): 40mm Zementputz (1924 verputzt und das Denkmalamt möchte den Putz erhalten),120mm Holzständerwerk unten mit nasser Ziegelausfachung (aufsteigende Nässe, ca. 70 cm bis Schwelle) und weiter oben trockener Lehm; bereits entfernt: Blechabdeckung und alukaschierte Tapeten o.ä. von innen… Entsprechend ist einiges von dem Holzständerwerk pulverisiert. Was tun? Pulverisierte Schwellen und Ständer austauschen, Horizontalsperre mit Dachpappe in Bodenhöhe einbringen (abschnittsweise unterfangen, oder? Wie nun innen dämmen? Angedacht: Holzfaserdämmplatte 100mm anschlussdicht ans Fachwerk in Lehmputz, zum Wohnraum hin auch lehmverputzt oder kalkverputzt(?). Wenn ich die zB Steico Dämmplatte in 100mm nehme, dann habe ich Tauwasser am Übergang Dämmung zu Fachwerk. Ist das unproblematisch? Keinen Schimmel, langfristig? Oder soll ich besser eine Hinterlüftung (mit Innenluft?) machen und hierfür eine Dachlatte auf das Ständerwerk aufnageln.

    Problem 2: Stall/Scheune (Bj. 1909)
    Wetterseite, frei sichtbares Fachwerk, Wandstärke wieder ca. 120mm, Ziegelausfachung, Streben und Riegel teils verfault. Werden ausgetauscht. Dahinter entsteht Wohnraum. Angedacht: 2-schalige Wand, also von außen: Fachwerkwand, Hinterlüftung (macht man da Lüftungsschlitze nach innen?) durch Dachlatten, Holzfaserdämmplatten (ca. 80mm) und dann – dann habe ich Poroton als Empfehlung hier gelesen (80mm). Welchen Nutzen hat der Porotonstein? Reicht nicht ein Lehmputz auf der Holzfaserdämmplatte?

    Danke für Eure Ratschläge!

    Marcel

  41. Hallo liebe Fachleuchte,
    Ich hätte eine Frage hinsichtlich des optimalen Zeitpunkt bzw. Jahrezeit für das anbringen von Holzfaserdämmplatten im Lehmbett auf die innenseitige Aussenwand mit Wandheizung?
    Gruß Thorsten

  42. Hallo Freunde,
    will außengeputzte Fachwerkwand innen dämmen.
    Mein Plan: vollanliegende Mineralwolle 5cm davorstellen, danach 75 Metallständerwand ausgedämmt bündig davorstellen ohne Dampfsperre uns als Innenwandausbildung 2 x 12mm Gipswand davor.
    Hat von euch jemand Bedenken oder ist der Plan gut?

    Gruß Chris

  43. Hallo Chris,
    du hast diesen Artikel nicht gelesen, oder?
    Grüße
    Ralf Plag

  44. Hallo Fachleute !
    Ich hatte 2007 ein Fachwerkhaus gekauft und renoviert .Die Aussenwänd bestanden aus 20 cm Eichen mit Ausfachung von 12 cm Backsteinen die innen mit Stohlehmputz bis über die Balken gerade Verputzt wurden . Außen war ein Zementputz, 2 cm ,mit offenporigen Anstrich .Diese Wände blieben erhalten . Von innen wurde von mir eine Isolierung von 8 cm Rockwoll RP-KD 0,35 angebracht und hiervor eine 15 cm Ytong PPW2/040 gezogen und diese mit 1,5 cm Kalkputz Verputzt. Es wurden neue Fenster mit ca.1-1,5 cm umlaufender Luft in den vorh. Fensteöffnungen Eingebaut und Eingeschäum.Von außen wurde die Ausschäumung gerade geschnitten ,hierauf eine Silikonschicht aufgebracht und die Verkleidungsbretter Eingedrückt und Verschraubt und außen nochmals umlaufend Versiegelt.
    Hierdurch sollte ein Wassereindringen in die Ausschäummung verhindert werden . Die Fenster wurden innen ca. 2 cm von den Balkenlagen nach Außen Eingesetzt .Diese 2 cm + 8 cm Dämmung + 15 cm Ytongwand wurden unten mit einer Holzfensterbank , an den Seiten und Oben mit Holzfaserplatten Verkleidet und Verputzt .
    Ein Gutachter Erklärte nun das hier Feuchteschäden zu befürchten seien da hier , nach seiner Berechnung ,in 60 Tagen 0,59 kg Tauwasser Anfallen und diese 91 Tage benötigen um Auszutrocknen . Dieses seien mehr als die von der DIN erlaubten 90 Tage .Des weiteren behauptet dieser die Fenster hätten zwingen von innen Abgeklebt werden müssen.Ich habe mehrere Jahre in der Altbaurenovierung gearbeitet und habe bewusst hier eine 15 cm Ytongwand Eingebracht . Des weiteren wurde mir mehrfach von Fachleuten erklärt das ein Abkleben der Fenster von innen auf Balkenlagen untersagt sei . Wie ist hier die tatsächliche Rechtslage .
    Es grüßt Josef .

  45. Hallo Fachleute,

    eine Methode die in Frankreich und Belgien relativ häufig zur Anwendung kommt ist eine Innendämmung mit einem Hanffaser(Stallstreu)-Kalk-Putz (Beton de chanvre). Darauf ein diffusionoffener Kalkinnenputz.Zwischen Aussenwand und Dämmung entstehen keine Hohlräume.
    Der Putz kann entweder aufgesprüht werden oder hinter einer Vorsatzschale eingebracht werden, die dann wieder entfernt wird.
    Der Kalk besteht dabei in der Regel aus einer Mischung von ca. 20% hydraulischem Kalk und 80% Luftkalk.
    Die Mischung hat eine sehr gute kapilläre Leitfähigkeit.
    Die Wasseraufnahmekapazipität von Hanffaern ist wesentlich höher als die von Holzfasern.
    Die WLS liegt je nach Kalkanteil der Mischung bei 0,06 – 1,2.
    Vorteil soll sein, dass die Wand im Sommer auch nach innen abtrocknet.
    Das Fraunhofer-Institut hat die Methode auch in grösseren Stärken als geeignet eingestuft.
    Nachteil ist, dass alles zunächst sehr feucht wird und die lange Trocknungszeit (ca. 1Tag/mm).

    Hat jemand Erfahrung mit dem Material oder eine Meinung dazu?

    Grüße
    Gerd Benner

  46. Hallo zusammen,

    ich bin selbst Architekt und das Thema Fachwerksanierung beschäftigt mich auch aus persönlichen Gründen (Fachwerkhaus der Eltern). Grundsätzlich ist der Artikel hier sehr gut geschrieben und erklärt die grundlegenden Zusammenhänge sehr gut.

    Meine geplante Vorgehensweise zur Innenwanddämmung würde nach ausgiebiger Recherche und erfolgten Sanierungen durch befreundete Bauherren, bei denen dieses Thema ausgiebig eruiert wurde, der oben genannten Variante 2 entsprechen und umfasst zusätzlich den Einbau einer Wandheizung (dadurch wird der Innenseitige Lehmputz dicker) um die Temperatur des Bauteils Fachwerkwand zur Tauwasservermeidung hoch zu halten. Das ist nicht der Weg zum Energiesparhaus, aber zu einem komfortablen und angemessen gedämmten Fachwerkhaus, welches auch von außen als solches zu erkennen ist.

    Interessant in meinem speziellen Fall anzumerken ist, dass die Fachwerkwand im originalen Zustand von 1937 mit nicht mehr zeitgemäßer 30mm Innendämmung laut Berechnung sehr viel Tauwasser produzieren sollte, was aber effektiv nicht der Fall ist, da wie immer mehrere Faktoren (Besonnung?, Freistehend und gut belüftet?, durchgehend beheizt?, normale Nutzung ohne viel Feuchtebelastung? Wie ist das Mikroklima des Standortes, z.B. häufig Morgennebel? Verwendete Holzsorte des Fachwerks? Material der Ausfachung? etc.) gleichzeitig wirken.

    Keine Angst, das ist nicht kompliziert aber doch komplex und dafür benötigt man im Zweifelsfall den Fachmann vor Ort.

    Herr Plag,
    vielen Dank für diese tolle Seite und die Wissensvermittlung!

    Grüße. Alexander Glaser.

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