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Holzständerbauweise Außenwand - Trocknungsreserve
helchi (3 Beiträge)
on 2.4.16

Haas Standardwand, U=0,140

Bauteil im U-Wert-Rechner öffnen

Wir sind gerade mitten in der Hausplanung für unser Fertighaus in Holzständerbauweise und stehen vor der Wahl der verschiedenen Dämmungen in der Außenwand (es gibt 3 Varianten: Mineralwolle-Holzfaser, Mineralwolle-Mineralwolle oder Mineralwolle-EPS).

Standardmäßig hat die Außenwand obigen Aufbau (d.h. Mineralwolle-EPS) und laut dem Hersteller wurden in dieser Bauart auch schon mehrere Tausend Häuser sehr erfolgreich gebaut ohne irgendwelche Beanstandungen was Feuchtigkeit in der Wand oder Algenbildung auf der Fassade angeht. Nun bin ich durch den Rechner hier etwas nervös weil die Wand meinen Berechnungen zufolge einen sd-Wert/Diffusionswiderstand von 62m sowie eine Trocknungsreserve von 80 g/m2a ausweist, der somit deutlich unter der Empfehlung von 150 g/m2a liegt. Bedeutet das letztendlich, dass die nach außen stattfindende Diffusion vermutlich nicht ausreichen wird um die Außenwand dauerhaft trocken zu halten und das die Gefahr für einen Feuchtigkeitsschaden erhöht oder habe ich hier einen Denkfehler in meinen Berechnungen?

Wie ist der Wandaufbau und die Dämmung ansonsten von der Qualität her zu bewerten?

Vielen Dank für eure Rückantworten.
Alfred (104 Beiträge)
on 2.4.16
http://informationsdienst-holz.de/urbaner-holzbau/kapitel-4-der-zeitgenoessische-holzbau/tauwasserschutz-im-holzbau/
helchi (3 Beiträge)
on 2.4.16
Vielen Dank für den Link. Habe folgenden Passus gefunden, der auf unsere Wand zutrifft:

"Für die häufigste Bauweise im industriellen Holzfertigbau (EPS-Wärmedämmverbundsystem) sind die Ergebnisse der Tauwasserberechnung in vielen Fällen deutlich ungünstiger. Der hohe Diffusionswiderstand der Außendämmung lässt nur dann eine Trocknungsreserve oberhalb der 100 g/m²-Grenze zu, wenn die Dämmschichten nicht dicker als 30 Millimeter werden. Die Rücktrocknung nach innen beträgt sowieso nur wenige g/m², weil die innere Dampfbremse eine Umkehrdiffusion in diese Richtung weitgehend ausschließt. Insofern stehen die Befreiungsregelun­gen für diese Gruppe von Holzbausystemen im Widerspruch zu dem, was erreicht werden soll - nämlich feuchterobuste Bauteile."

Aber so richtig schlau daraus werde ich leider nicht, insbesondere vor dem Hintergrund unseres skizzierten Wandaufbaus... bedeutet das, dass die nach außen stattfindende Diffusion nicht ausreichen wird um die Außenwand dauerhaft trocken zu halten und das die Gefahr für einen Feuchtigkeitsschaden erhöht? Wie ist der Wandaufbau und die Dämmung ansonsten von der Qualität her zu bewerten?

Vielen Dank für eure Rückantworten.
AndreasTeich (1041 Beiträge)
on 4.4.16
Dein Wandaufbau ist denkbar ungeeignet und schadensträchtig.

Sobald die dünne PE-Folie beschädigt wird und Feuchtigkeit in die Wandkonstruktion eindringt, besteht außenseitig ein deutlich höherer SD-Wert als innen, sodass Austrocknung fast nur nach innen stattfinden kann.

Jede Steckdose, jeder Nagel oder irgendeine Installation verletzt die Folie.

Bei Holzbau würde ich niemals EPS verwenden, das hat schon in den USA zu div Verboten solcher Materialkombinationen wegen Unmengen an Schäden geführt (siehe EIFS).

Zellulose, Holzfaser, Hanf, Wolle etc sind kapillaraktiv und diffusionsfähig-gleichzeitig gibt's dabei gute Schalldämmung und Hitzeschutz.

Ich hatte bei einigen Projekten auf gemauerte Wände oder Holzuntergründe Stegträger mit Zellulosedämmung und Holzfaserplatten installiert.
Die Oberfläche kann verputzt oder mit einer hinterlüfteten Holz- oder anderen Schalung versehen werden.

Die Dämmarbeiten können gut in Eigenleistung erbracht werden und sind dann nicht teurer als EPS-Fassaden.

Technisch wesentlich besser als dein Wandaufbau wären zB massive Holzwände aus CLT/KLH oder MHM oä, darauf dann auch Stegträger und Dämmung wie oben.
Dabei wird gar keine Dampfbremse benötigt-Fugen abkleben genügt.
Feuchtigkeitsanreicherung sind bei außen diffusionsoffenem Aufbau fast unmöglich.
Passivhausanforderungen können damit leicht erreicht werden.

Andreas Teich Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bauberatung


eckardt (12 Beiträge)
on 8.4.16
Hallo wenn ich mir die Zeichnung anschaue fällt mir auf das die Position fünf, USB Platte 13 mm, nicht in die Konstruktion passt. Da eine Diffusion offene Konstruktion nach außen gewährleistet werden soll . Ebenso die ESP Platten auf einer Holzständerbauweise passt nicht so gut. Ich würde dir empfehlen statt ESP eine Holzfaser einzusetzen wie es heute üblich ist. Ebenso ist die Konstruktion auf der Innenseite problematisch da die GKB Platte durch die PE Folie auf die USB Platte geschraubt wird. Das hat folgende Nachteile
Erstens beim durch Schrauben wird die PE Folie verletzt.
Zweitens das Verlegen der Leitungen für Elektro muss in der Wand erfolgen alle Steckdosen müssen durch die PE Folie gebohrt werden . Es gibt zwar luftdichte Unterputzdosen der Aufwand dieser einzubauen ist aber beträchtlich.
Aus diesem Grund würde ich dir empfehlen die GKB Platte nicht auf die OSB Platte schrauben sondern eine Vorsatzschale im Abstand von 5 cm vor die OSB Platte zu setzen dadurch ist genügend Platz zwischen der PE Folie und der Vorsatzschale um die Elektroleitungen und Steckdosen einbauen zu können ohne die neue Folge zu verletzen.Ich habe mir 2009 ein Haus in Holzständerbauweise gebaut und bin sehr zufrieden.
Gruß Frank Eckardt
helchi (3 Beiträge)
on 11.4.16

Haas Aktivwand, U=0,140

Bauteil im U-Wert-Rechner öffnen

Vielen herzlichen Dank bereits für die Rückantworten. Jetzt bin ich ehrlich gesagt etwas besorgt, dass wir uns aufgrund der beschriebenen geringen Diffusionsoffenheit und Trocknungsreserve Risiken für Feuchtigkeitsschäden einkaufen. Daher habe ich jetzt mal die andere von unserem Fertighaushersteller angebotene Kombination Mineralwolle-Mineralwolle angeschaut. Ist diese eurer Meinung nach qualitativ besser?

Laut dem Rechner soll es zu Tauwasserbildung kommen, das war bei der Mineralwolle-EPS Wand nicht der Fall. Zudem kommen hier Mehrkosten i.H.v. etwa 12.000 Euro auf uns zu.

Vielen Dank bereits im Voraus für eure Hilfe.

AndreasTeich (1041 Beiträge)
on 11.4.16
Günstiger sind kapillaraktive Dämmstoffe, die ein viel geringeres Schadensrisiko haben und bei Feuchtigkeit erheblich schneller austrocknen können.
Zudem besseren Hitzeschutz bieten.

2 Schichten OSB-Platten würde ich ebenfalls vermeiden.
Falls die innere Dampfbremse Fehler aufweist kann Feuchtigkeit zwischen beiden OSB-Platten kaum entweichen.

Mineralwolle verliert schon bei geringer Feuchteaufnahme stark an Wärmedämmvermögen.

Z.B. Zellulose, Hanf oä. ist günstig als Dämmstoff und bauphysikalisch besser.

Bei einer der letzten Planungen hatte ein Selberbauer alle Materialien für Stegträger, Zellulose und 60 mm verputzbare Holzfaserdämmmplatten inkl Planung von mir bezogen und dafür ca 50,-Euro/qm an Kosten gehabt bei auch ökologisch einwandfreier Dämmung in Passivhausniveau.
Das Gebäude bestand dabei aus 90 mm CLT-Platten.

Wo sol das geplante Bauwerk errichtet werden?
Ggf einen anderen Anbieter suchen.Ich kenne einige-
ggf nachfragen: apteich(et)gmail.com

Andreas Teich Gebäude-Energieberater,Bauberatung,Planungsbüro
eckardt (12 Beiträge)
on 13.4.16
Ich schreibe hier eine Beitrag einen Beitrag auf und wenn ich den Absender kommt immer ich muss mich erst einloggen
eckardt (12 Beiträge)
on 13.4.16
Hallo helchi
Ich muss meinem Vorredner Andreas Teich Recht geben eine Anmerkung von mir. Schaue in deinen Planungsunterlagen welcher Schallschutzwert für die Innenwände angegeben ist. Bei Fertigteilhäusern kann dieser Wert 36 db haben dies ist die Mindestanforderung die der Gesetzgeber vorsieht. Ich hatte jetzt erst einen Fall der Eigentümer hat ein Haus bestellt bei einer großen deutschen Firma und das Haus ist so hellhörig dass man den in jedem Zimmer alles versteht und im Vertrag standen 36 db und die werden eingehalten,Konsequenz Wände werden geöffnet Dämmung wird nachgebessert Schallschutzplatten werden auf geschraubt und alles zahlt der Auftraggeber.Also vorher nachfragen.
Gruß Frank Eckardt

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