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Vorgehängte Holzfassade, Teilaussenwand EFH
tigersalome (5 Beiträge)
am 25.11.18

Nordwand, U=0,26

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Bauteil im U-Wert-Rechner öffnen

Guten Abend,

ich habe folgendes Vorhaben und mich würden andere Meinungen und Hinweise interessieren.

Ich habe eine sehr kühle Nordteilwand, ohne Fenster an einem klassischen Kaffeemühlenhaus. Ich habe mal gemessen und bei Minusgraden an der Innenwand zwischen 12 und 13 Grad Celsius gemessen. Halte ich mich in den Räumen auf, spüre ich sehr unangenehme kalte Abstrahlung von der Wand. Diese erhält im Winter gar kein direktes Sonnenlicht und kann sich daher auch nicht über die Sonnenstrahlung erwärmen.

Die Wand hat die Maße von knapp 3m Breite und knapp 6m Höhe. Auf der rechten Seite steht unser Treppenhaus etwa einen halben Meter vor, so dass ich dort auch einen guten Wandanschluss habe. Auf der inken Seite ist die vordere Hausecke. Die Dämmung muss ja um die Ecke herum geführt werden, ca. 1,1m haben wir geplant. Da mir das in der WDVS-Ausführung mit Putz (der dann nie wieder so wird wie der alte Rillenputz vom restlichen Haus) optisch nicht gefallen würde, habe ich mich für etwas ganz anderes, nämlich eine Holzfassade entschieden, senkrecht laufende Thermoessche soll es werden. Vom Aufbau habe ich mir folgendes vorgestellt:

1. Hauswand mit Rillenputz, darauf eine Holzkonstruktion
2. Erste Dämmschicht von 80mm Thermo Jute 100 im Holzrahmen, horizontal
3. Zweite Dämmschicht, senkrecht von 60mm Thermo Jute 100
4. Regen- und Windschutz
5. Unterkonstruktion, (Hinterlüftungsebene)
6. Thermoesche mit Fugen, also keine geschlossene Holzfassade(in der angehängten Berechnung mit Holzschindeln mangels Alternativen bezeichnet)

Um die Ecke herum auf die Frontseite (Westen) möchte ich einen schlankeren Wandaufbau, damit es keinen so großen Vorsprung gibt. Ich würde dort auf Resolplatten zurückgreifen in maximal 60mm oder 80mm Stärke und erreiche so einen zwar etwas schlechteren U-Wert, vermeide trotzdem aber die Kälteübertragung über die Ecke.

Folgende Fragen habe ich:

1. Ist es üblich die Holzkonstruktion luftdicht an die Wand zu bringen? Nimmt man da Kompriband zwischen Holz und Aussenwand? Oder verklebt man später die diffusionsoffene Folie an den Rändern luftdicht?
2. Ist es in der ersten Dämmschicht möglich, die Dämmung direkt rechts an die hervorstehende Hauswand auf Stoß zu legen oder ist es zwingend nötig einen kompletten Holzrahmen zu haben?
3. Die Resolplatten für die dünnere Dämmschicht auf der Frontseite würde "normal" wie WDVSl an die Hauswand verklebt werden, zusätzlich zu dem Holzrahmen, in den sie hinein geklemmt wird. Sie erhält anders als vorgeschrieben keinen Putz als Wittterungsschutz, sondern die Folie plus die Holzfasade. Reicht das?
4. Welche Folie würde ich in diesem Fall nehmen?

Herzlichen Dank für jede Art der Anregung!
ThomasLau (99 Beiträge)
am 26.11.18
Guten Morgen,

der Aufbau ist schon gut durchdacht, meine Änderungsempfehlung:

statt 80/60 mm Dämmung und Folie besser 60/60mm + 22 mm Holzweichfaserplatte mit Nut und Feder. Die ganzen Folien auf dem Markt sind nicht dauerhaft. Außerdem wird die Dämmung besser auf die Wandgedrückt. Je nachdem wie uneben die Wand ist, die Traghölzer etwas dünner wählen dann wird die Dämmung besser an die Wand gedrückt. Ein Kompriband zwischen Holz und Wand ist nur an den Randbalken sinnvoll. Ich würde auf die Resopalplatte verzichten und nur mit der Jute arbeiten. Es ist sogar besser die Tragkonstruktion 10-15 cm vor dem Wandanschluss enden zu lassen und den Zwischenraum mit Dämmung zu Stopfen. Die Holzfasssade verläuft horizontal oder?
malta5000 (3 Beiträge)
am 26.11.18
Statt Kreuzlattung sind zB senkrechte Stegträger oder Abwandlungen davon möglich mit Zellulosedämmung, wobei auch Hanfplatten o.Ä. verwendet werden können.

Holzverkleidungen mit Zwischenräumen nur als horizontale Rhombusausführung vorsehen.

Statt uv-beständige Folien halte ich auch Holzfaser-Unterdachplatten für sinnvoller, da beständiger, mechanisch stabiler und gleichzeitig wärmebrückenreduzierend.

Dämmplatten würde ich ggf zur Vermeidung von Wärmebrücken nur verkleben und verputzen,
sonst nur einzelne Anker oder Distanzschrauben für die Holzunterkonstruktion befestigen.
Die Lattung kann auch nur auf den Dämmplatten liegen.

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Selbsthilfeberatung, Begutachtungen




tigersalome (5 Beiträge)
am 26.11.18
Vielen Dank für die ausführlichen Rückmeldungen. Dazu Rückfragen:

1. Darf die Holzfassade mit Fugen auf keinen Fall senkrecht angebracht sein? War eine optische Entscheidung bisher.

2. Ich werde auf die Resolplatte verzichten und mit Jute weiterarbeiten. Wenn ich da einen dünneren Aufbau haben möchte: Wieviel Unterschied wäre "erlaubt"?

3. Die Folie ersetze ich durch die Unterdachplatten. Darauf kommt dann die Lattung für die Fassade und Hinterlüftungsebene. Wenn ich darauf die Fassade (horizontal) mit Fugen anbringe ist die Platte der Witterung frei ausgesetzt. Hält die das aus? Oder sind Sie dann doch von einer geschlossenen Holzfassade ausgegangen?

@Andreas Teich: "Die Lattung kann auch nur auf den Dämmplatten liegen." Bedeutet dies, dass eine Hinterlüftung in dem Fall der Fassade mit Fugen gar nicht nötig ist?

Danke schonmal!
AndreasTeich (756 Beiträge)
am 29.11.18
Senkrechte Fugen haben den Nachteil, dass Schlagregen auf der horizontalen Traglattung stehen kann- es hängt vom Grad der Belastung ab- auf jeden Fall zumindest die Oberkante der Lattung abschrägen und evt kleine Distanzstücke zwischen Verbretterung und Lattung verwenden.

Unterdachplatten sind üblicherweise für mehrere Monate Freibewitterung zugelassen- wenn die Belastung nicht zu groß und die Fugen nicht zu breit sind wirds funktionieren-
bei horizontalen Rhombusbrettern ists sicher weniger problematisch als bei vertikalen Längsfugen.

Ein Zwischenraum ergibt sich schon durch die Lattung.
Es muß aber keine durchgehende Belüftungsebene geben,
wenn die Bretter wegen der Fugen schnell abtrocknen können.

Es kommt immer auf die Gesamtsituation an und die konkrete Ausführung- zur genaueren Beurteilung würden mehr Infos benötigt werden.

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Selbsthilfeberatung, Begutachtungen
ThomasLau (99 Beiträge)
am 2.12.18
Je nach Lage wirken auf die Fassade erhebliche Windsoglasten ein, bei 6 m Höhe auch erhebliche Eigenlast.
Ich bezweifele das dieses mit Stegträgern und Distanzschrauben nachweisbar ist.
Bei einer Kreuzlattung befestige ich die erste Lage immer knirsch an der Wand, dabei kann ich auch immer feststellen das der Dübel hält, je nach Untergrund halten bis zu 30 % nicht, dann heißt es neu setzten oder anders Dübelsystem verwenden. Bei Distanzschrauben kann ich das so nicht prüfen außerdem sind diese oft nicht für Windlasten zugelassen. Den Ausgleich mache ich dann zwischen den Kreuzungspunkten.

Ich und auch meine Zimmererkollegin sehen Lückenschalung als unsinnigen Modegag an. Kurzfristig mag dass alles irgendwie funktionieren. Tatsächlich sind aber alle Materialien der Unterkonstruktion nicht dauerhaft genug( ich rede mal von 25 – 35 Jahren) und für die tatsächliche Belastung eigentlich auch nicht zugelassen. Eine Lückenschalung ist nicht schlagregendicht, ein senkrecht sowieso nicht, eine waagerechte aber auch nicht. Für die Optik gibt es mittlerweile Rombusprofile mit N+F und tiefen Einfräsungen die eine Lückenschalung suggerieren, aber dicht sind.

Gerade mit Lückenschalung hat meine Kollegin in den letzten Jahren die Planer immer wieder gewarnt, dann wurde trotzdem gebaut und dann gab es den Ärger. Insbesondere das Wespen- und Hornissenproblem ist nicht zu unterschätzen.
AndreasTeich (756 Beiträge)
am 2.12.18
Natürlich wird immer handwerklich einwandfreie Ausführung unter Einhaltung der techn Bedingungen vorausgesetzt.
Die Stegträger, die ich verwendet hatte sind bei entsprechender Verschraubung für 110 kp/lfm zugelassen, leichtere Ausführungen sicher weniger.
Ich habe daran große Passivhaus-Lärchen-Doppeltüren mit Dreifachverglasung befestigt

Bei uns habe ich 24mm dicke Lärche-Rhombusbretter in Rift/Halbrifteinschnitt mit 30 Grad Schräge- statt üblicheren 15-20 Grad- und mit 7 mm Fugen bei 30 mm dicken Lärchenkonterlatten verwendet.
Wassereintrag ist dabei ziemlich unwahrscheinlich

Bei sehr windausgesetzten Seiten ggf darunter zusätzlich zu Holzfaserplatten uv-beständige Fassadenbahnen verlegen.

Dämmtechnisch gesehen sind geschlossene Schalungen natürlich günstiger.

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Selbsthilfeberatung, Begutachtungen

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