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Fenstersanierung zweischaliges Mauerwerk 1962
nico2224 (11 Beiträge)
on 27.2.18
Sehr geehrtes U-wert Forum,

In unser Zweifamilienhaus (Baujahr 1962) sollen aus energetischer Sicht neue Fenster eingesetzt werden. Zurzeit befinden sich ausschließlich einfach verglaste Fenster im Haus.

Das Mauerwerk ist 36 cm dick, inklusive Putz und Hohlkammer, wobei die Innenwand dicker als die Außenwand scheint. Es wurden Kalksandsteine für Innen-und Außenmauer verwendet.


Nun zu meinen Fragen:

Wie kann ich das Mauerwerk genauer Messen, um eine bessere Aussage über den U-wert zu machen?

Bei Anfragen von 8 Fensterbauern aus der Region wurden mir immer Fenster mit einem Ug=1,1 und einem Uw=1,3 angeboten.
Sind diese Fenster möglicherweise schon ,,zu warm" für das Mauerwerk? Sollte das Fenster nicht immer kältester Punkt sein, um so das Kondensat an sich zu ziehen und die Mauer so schützen?

Welche Differenz im U-wert muss mindestens zwischen Fenster und Wand liegen?

Ich mache mir wirklich Sorgen um eine Schädigung des Hauses.


Mit freundlichen Grüßen und Vielen Dank für mögliche Antworten!

AndreasTeich (1041 Beiträge)
on 27.2.18
Da heutige Fensterkonstruktionen in den meisten Fällen vermutlich eine höhere Lebenserwartung haben als wir würde ich mich bei deren Auswahl nicht an ungedämmten Außenwänden orientieren-
die Kosten für sehr gute Dämmwerte sind dabei nicht viel höher als die von schlechteren Ausführungen.

Vielleicht werden die Wände auch irgendwann energetisch verbessert.

Wenn die Luftfeuchtigkeit in Grenzen gehalten und genügend gelüftet wird gibts auch keine Schäden wenn der U-Wert von Fenstern besser ist als der der Wände.

Wenn Tapeten entfernt werden und die Wände mit Kalk-, Silikat- oder Mineralfarben gestrichen werden reduziert dies durch hohe Alkalität mögliche Schimmelgefahren und verbessert die Sorptionsfähigkeit der Oberflächen.

Wurden massive KS-Steine verwendet oider Hohlblocksteine?
Ggf durch mehrere gebohrte Löcher herausfinden.

Ist Wanddämmung nicht möglich?
Sofern Eigenleistungen erbracht werden können gibt es günstige und ökologische WDVS-Systeme, die nicht die mit EPS verbundenen Nachteile aufweisen.

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bauberatung
nico2224 (11 Beiträge)
on 28.2.18

Sehr geehrter Herr Andreas Teich,


Erst einmal vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort!

Es wurden massive KS-Steine verbaut. Wie bekommt man die Bohrlöcher ordnungsgemäß versiegelt?

Überschlägig habe ich einen U-Wert von ungefähr 1,65 ermittelt wobei die zukünftigen Fenster ein Uw=1,3 hätten.

Es sollte natürlich oberste Priorität haben, dass die Vorteile einer alkalischen Wandoberfläche gar nicht erst zum Tragen kommen.
In Zukunft wäre es auch denkbar, dass eine Wohnung vermietet wird, wodurch sich die Verwendung von ausschließlich alkalischen Wandoberflächen als schwierig gestaltet.

Reichen als Feuchtigkeitsindikatoren simple Hygrometer aus?
Wann wird die Luftfeuchte kritisch bei dieser U-Wert Kombination?

An welche ökologischen und kostengünstigen WDVS-Systeme denken Sie? (Links zu möglichen Internetseiten der Hersteller würden mir vorerst genügen )

Wanddämmung sollte, -wenn man sich dafür entscheidet-, erst zu einem späteren Zeitpunkt geschehen. Über zusätzliche Informationen würde ich mich natürlich trotzdem sehr freuen.

Welche Literatur/ Internetseiten können Sie empfehlen, um sich zusätzlich über das Thema zu informieren?


Mit freundlichen Grüßen und Vielem Dank






AndreasTeich (1041 Beiträge)
on 1.3.18
Bohrlöcher verschließen zB mit feinem Kalk- oder Kalkzementmörtel oder Fliesenkleber.

Generell soll die rel. Luftfeuchtigkeit langfristig nicht über 60 % liegen und die Wandoberflächentemperatur nicht unter 12,6 Grad, um Schimmelbildung zu verhindern.

Bei einer massiven KS- Mauer ohne Luftschichten kann der U-Wert auch 2,2 betragen, was zu Innenwandtemperaturen von ca 9 Grad führen kann- also viel zu niedrig und somit Tauwasser- und schimmelgefährdet.
Bei Vermietung sollte gedämmt werden, da es mietrechtlich schwierig ist, genügendes Lüften durchzusetzen.
Dann besser gleich Passivhausfenster nehmen mit einem Uf-Wert von mind. 0,8.

Für weitere Infos besser mehr Daten und ggf Bilder zum Gebäude mailen: apteich (et) gmail.com
Das Gebiet und die Möglichkeiten sind sonst viel zu umfangreich.
Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Selbsthilfeberatung, Begutachtungen
nico2224 (11 Beiträge)
on 1.3.18
Morgen könnte Ich Bilder hinzukommen lassen. Kann ich Ihnen diese unverbindlich zu mailen?
AndreasTeich (1041 Beiträge)
on 1.3.18
Ja

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Selbsthilfeberatung, Begutachtungen
nico2224 (11 Beiträge)
on 2.3.18
Habe Ihnen eine Mail mit Bildern zukommen lassen

Mit freundlichen Grüßen
AndreasTeich (1041 Beiträge)
on 3.3.18
Hallo
Ich habe ihre email beantwortet.

Auch wenn es korrekt ist, dass bei schlecht gedämmten Gebäuden empfohlen wird, dass der U-Wert von Fenstern geringer sein soll als der der Wände, bedeutet dies nicht, dass es dabei nicht trotzdem zu Kondensatausfall an Wänden oder mehr noch an Wärmebrücken kommen kann.

Wichtiger ist dabei, die innen vorliegende relative Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren und ggf zu korrigieren,
als nur bei den Fensterscheiben auf Kondensatausfall zu achten.

Bei zu niedrigen Oberflächentemperaturen und entsprechender Luftfeuchtigkeit kann es immer zu Taupunktunterschreitung kommen und uU in der Folge zu Schimmel.

Um dies zu verhindern entweder Luftfeuchtigkeit senken, zB durch entsprechende Lüftung oder Oberflächentemperaturen erhöhen durch Heizen oder durch Dämmen bzw Verglasungen mit besseren U-Werten,
wobei Lüften schon aus hygienischen Gründen notwendig ist.

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bauberatung, Baugutachten
nico2224 (11 Beiträge)
on 3.3.18
Welche nötigen Informationen muss man zu einer Einblasdämmung kennen?
Ist diese zu empfehlen?
Verbessert sich der U-Wert dadurch immens?
Welche Meinung haben Sie?

Vielen Dank für Ihre Antworten!
AndreasTeich (1041 Beiträge)
on 3.3.18
Bei entsprechender Dämmung kann auch mit Zellulose der U-Wert der Wände leicht Passivhausniveau erreichen, dh 0,15 W(m2K)- also um mehr als das Zehnfache verbessert werden.

Da die Wände dabei dicker werden müssen die Dachüberstände ggf verbreitert werden, was aber technisch gut lösbar ist.

Die Fenster sollten weit außen in der Dämmebene montiert und die Blendrahmen möglichst überdämmt werden, was deren U-Wert erheblich verbessert und Wärmebrücken reduziert.

Ich kann alle Maßnahmen und baulichen Bedingungen angeben, die U-Werte bei verschiedenen Varianten berechnen, die Materialien zusammenstellen, notwendige Angaben zur Ausführung durch Handwerker oder Anleitung für eigene Durchführung geben und Konstruktionsskizzen erstellen-
allerdings ist das viel zu aufwendig innerhalb eines Forums.

Bei Interesse gerne an apteich(et)gmail.com schreiben.

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Selbsthilfeberatung, Begutachtungen
nico2224 (11 Beiträge)
on 5.3.18

Knauf Insulation, U=0,37

Bauteil im U-Wert-Rechner öffnen

Interessieren tue Ich mich für eine solche Dämmung in der Hohlschicht. Die neuen Fenster würden dann erst an ihrer alten Stelle bleiben. Ein Brennwertkessel ist im Übrigen auch vorhanden. Kann das Mauerwerk bei dieser Konstruktion Schaden nehmen?
AndreasTeich (1041 Beiträge)
on 6.3.18
Bei Kerndämmung muß die Schlagregensicherheit gegeben sein und Belüftungsschlitze verschlossen werden.
Nachteile für das Mauerwerk sollten sich dann nicht ergeben- in Norddeutschland und Holland wird nachträgliche Kerndämmung seit Jahrzehnten ohne Probleme ausgeführt.

Aerogel hat die besten Dämmwerte, dann EPS-Granulat und SLS20 uä.

Schäume würde ich nicht verwenden.

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Selbsthilfeberatung, Begutachtungen
nico2224 (11 Beiträge)
on 9.3.18
Das Knauf Insulation Supafil Cavity Wall oder ähnliche Produkte auf dieser Basis gehören nehme Ich mal stark an nicht so den Schäumen.
Kann man derartige ,,Flocken" empfehlen?

Warum sind Schäume kritisch?

Wie muss auf dem Dachboden isoliert werden? Die Mauer verläuft ja wie im Bild zu sehen über den Boden in Richtung der Dachsparren hinaus, möglicherweise kann hier eine Wärmebrücke entstehen?

Vielen Dank für mögliche Antworten,

Mit freundlichen Grüßen
AndreasTeich (1041 Beiträge)
on 10.3.18
Supafil, SLS20,Perlite, EPS-Perlen lassen sich zumindest problemlos trennen und entsorgen, was bei Schüttdämmstoffen noch besser funktioniert als bei sich verfilzenden Materialien.

Aus dem Grund und wegen möglichem Schadstoffausstoß würde ich generell keine Schäume verwenden.

Wenn die Mauerkrone und die Innenseite der inneren Mauerschale nicht gedämmt sind können Wärmebrücken entstehen.
Dies hängt aber davon ab, wie hoch die Mauer gegenüber den beizten Flächen gezogen wurde.

Dachbodendämmung ist in jedem Fall günstig und reduziert gleichzeitig Wärmeverluste der bis zum Dach hochgezogenen Außenwand.

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Selbsthilfeberatung, Begutachtungen
nico2224 (11 Beiträge)
on 16.3.18
Mit welchem Konzept dämmt man die Dachbodenplatte optimal? Eine OSB-Konstruktion mit darunterliegenden Dämmplatten?

Mit freundlichen Grüßen
AndreasTeich (1041 Beiträge)
on 19.3.18
Die Dampfbremse muß raumseitig angeordnet sein.
Oberseitig möglichst geringe Dampfsperrwertte.

Betondecken sind dicht genug,
wenn sie ausgetrocknet sind zB Holzfaserdämmplatten auslegen, die es auch als begehbar gibt,
oder weiche Dämmstoffe oder Zellulose verwenden und eine Stützkonstruktion verwenden, wenn die Fläche als Lagerraum benötigt wird.
Besser als OSB sind Dielen mit geringer Fuge (geringerer Sd-Wert)

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Selbsthilfeberatung, Begutachtungen
nico2224 (11 Beiträge)
on 29.3.18
Wie sieht eine solche Dampfsperre aus ?
AndreasTeich (1041 Beiträge)
on 30.3.18
Keine Dampfsperren bei üblichen Dämmungen.
Dampfbremsen als Folie sofern sinnvoll- bei Betondecken aber unnötig.
Infos zu Dampfbremsen gibt’s zB bei Proclima

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Selbsthilfeberatung, Begutachtungen

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